Polnische_Hochzeit_Plakatklein__-_Kopie

 

„…willst Du sie, lieber Vetter?“
„ Ob ich sie fetter lieber will? Nein, lieber Vetter,
nicht so fett wäre sie mir lieber!“

Geschliffenster Wortwitz, herausragende Komik und eine Musik die den „Missing link“ zwischen Operette und Musical darstellt, machen „Polnische Hochzeit“ zu einem wahren Kleinod, dessen österreichische Erstaufführung, mit Richard Tauber in der Rolle des Boleslav, 1938 von den Nationalsozialisten verhindert wurde.

„Geh in den Rindviehstall und lern’ mit den Ochsen umgehen, das kann man sehr gut brauchen wenn man unter die Menschen kommt!“

Polen 1830. Ein heruntergekommenen Gutshof, ein reicher Fürst, ein junger Freiheitskämpfer, die falsche Braut und eine schlaue Dienerin, Verwicklungen, Verwechslungen, Liebe, furiose Wortgefechte und eine zu Herzen gehende Musik. Das kongeniale Trio Löhner-Beda - Grünwald - Beer haben ein Werk geschaffen das einschlagen wird wie eine Bombe….

„Besser eine junge die mich zum Narren hält als eine Alte die es ernst mit mir meint!

union-jack2

Perfectly tuned wordplay, hilarious comedy and music that embodies the „missing Link“ that bridges the gap between operetta and musical theater make „The Polish Wedding“ a real treasure who’s Austrian Premier with the legendary tenor Richard Tauber starring as Boleslav was canceled in 1938 by the nazi party upon taking power after the „Anschluss“ of Austria to Germany.

Synopsis: Poland in 1830. A run down estate, a rich prince, a young freedom fighter, the wrong bride and a clever servant. Complications, mistaken identities, love, sharp and witty dialogues and heartwarming music are combined to surprise and delight. The ideally matched trio Löhner-Beda, Grünwald and Beer have created a wonderful piece that is sure to be a smash hit!

Termine/ Dates

_____________________________________________

( Wir danken dem Musikverlag Doblinger für das zur Verfügung stellen der folgenden Texte)

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

  • Polnische Hochzeit wurde innerhalb weniger Wochen vom damals 25jährigen Joseph Beer komponiert; Zunächst vom Wiener Operetten Verlag herausgegeben, erlebte das Werk am 3. April 1937 am Zürcher Opernhaus seine Uraufführung.
  • Innerhalb der nächsten elf Monate wurde das Werk international auf rund 40 Bühnen in acht Sprachen aufgeführt, gelegentlich wie z.B. in Finnland unter dem Alternativtitel Masurkka.
  • 1938 setzte Maurice Lehmann, damaliger Direktor des Théâtre du Châtelet, eine französische Premiere mit Jan Kiepura and Marta Eggerth aufs Programm. Zeitgleich war eine Produktion in Wien mit Richard Tauber geplant.
  • Im März 1938 wurde der Name Beers infolge des „Anschlusses” von den Theaterprogrammen gestrichen. Der Komponist musste aus Wien fliehen, alle Aufführungspläne wurden abrupt zunichte gemacht.
  • Trotz Joseph Beers Verweigerung jeglicher Unterstützung wurde das Werk in Skandinavien mit großem Erfolg von 1939 bis 2000 aufgeführt.
  • 2008 entdeckt Christoph Mirambeau Einzeltitel aus der Operette für sein Konzert im Théâtre du Châtelet und leitet somit den Beginn der Wiederentdeckung ein.
  • 2011 legt Musikverlag Doblinger das Werk neu auf mit computergesetzter Partitur und Orchesterstimmen, fehlende Partitur- und Stimmenseiten werden von Charles Prince rekonstruiert, Dirigent der österreichischen Erstaufführung.

_________________________________________________________
Union-Jack-300x185

(We thank Musikhaus Doblinger music publishing for the courtesy of the following article)

Background Highlights

  • Composed in but a few weeks by a youth in his mid twenties, Polnische Hochzeit, first published by a branch of Universal Edition, Wiener Operetten Verlag, premiered on April 3, 1937 at the Zurich Opera House.
  • During the 11 months following its premiere, it was performed internationally on over 40 stages and translated into 8 languages, sometimes bearing, as in Finland, the alternative title of Masurkka.
  • In 1938, Maurice Lehmann, then director of the Théâtre du Châtelet, scheduled it for a French premiere starring Jan Kiepura and Marta Eggerth. Simultaneously, tenor superstar Richard Tauber was slated to be featured in a high profile Viennese production.
  • With the advent of the Anschluss March of 1938, the name of the “Jew Beer” was taken off the roster of the Theater an der Wien among others. With his life at stake, the composer had to flee Vienna, and all plans of performing Polnische Hochzeit were hence abruptly and permanently ended.
  • Despite the composer’s lack of cooperation, the opera continued to be performed with tremendous success in Scandanavia from 1939 until 2000.
  • In 2011, the operetta was published by Doblinger, missing parts reconstructed by Charles Prince, conductor of the Austrian First Performances.
    ________________________________________________

Pressestimmen

Zürcher Tagesanzeiger (5. April 1937)

Mit der glanzvollen Uraufführung, die unser Stadttheater Joseph Beers „Polnischer Hochzeit“ angedeihen ließ, ist der Beweis für eine wertvolle Bereicherung der Operette erbracht worden. In seinem Opus lässt Beer als wesentlichstes Kennzeichen musikalisch jugendfrischen Elan, vitale Melodik, unverbrauchtes Temperament walten. Es ist eine Musik, die nicht nur schmeichelt, sondern ins Blut geht, die durch vielfältige Abwechslung der Einfälle, durch die gegenständliche Illustrierung von Situation und – was besonders wichtig ist – durch ihre ausgezeichnete Tanzrhythmik den Hörer beglückt. Das Publikum zeichnete die Aufführung vielfach bei offener Szene mit begeistertem Applaus aus.

Neues Wiener Journal (5. April 1937)

Die glanzvolle Aufführung von „Polnische Hochzeit“ vermittelte den Eindruck, dass eine große Operette von bleibendem Wert geschaffen wurde. Das Werk ist durchwegs heiter und unsentimental, aber dennoch stark dramatisch, enthält ganz große Finali und ein volkstümliches Ballett.

Neues Wiener Tagblatt (5. April 1937)

Die Operette „Polnische Hochzeit“ fand ungewöhnlichen Beifall. Die Handlung konzentriert sich auf Heiterkeit. Joseph Beer schrieb eine großangelegte Musik, die zum Teil schon an die komische Oper grenzt. Auffallend die erfindungsreiche, soignierte Instrumentation.

Das Echo (5. April 1937)

Ganz großer Sensationserfolg. Operette großen Formats, zündende Melodien, prachtvolles Orchester. Bleibender Wert, zahllose Dacapos.

Neue Zürcher Zeitung (5.April 1937)

Ein durchschlagender Erfolg, ein wirklich amüsantes Stück, das von der Operettenmusik Eigenstes und Bestes verlang: Liebeslyrik, Tänze und federnder Humor. Diese Aufgabe hat Joseph Beer mit spontaner Musizierfreude gelöst. Seine Partitur hat einen frischen, schwungvollen Zug, der den sehnsüchtigen Liedern ihren Schmelz, den Tänzern ihr zündendes Feuer und den lustigen Singnummern und Szenen einen pikanten, geschmeidigen Elan gibt. Das ausverkaufte Haus bedankte sich mit lang anhaltendem festlichem Beifall.

Reichenberger Tagesbote (4. Oktober 1937)

Ein sehr unterhaltsames Stück, das alles besitzt, um ein Kassaerfolg zu werden. Eine Operette, di so viel natürlichen Humor und Witz enthält, dass die Lacher auf ihre Rechnung kommen. Die Musik des Joseph Beer klingt und zündet, sie gibt der Handlung eine Beschwingtheit, die Darsteller und Zuschauer mitreißt.

Reichenberger Zeitung (4. Oktober 1937)

Grünwald und Löhner haben die Handlung mit so köstlichem Humor gewürzt, dass im Herzen des Zuhörers nicht die geringste Langeweile aufkommt. Die Partitur Beers enthüllt eine Menge herrlicher Klangwirkungen. Das Publikum verließ höchst befriedigt das Haus.

Bohemia, Prag (5. Oktober 1937)

Die neue Operette erfüllt zweifellos den dringenden Wunsch aller Stadttheater nach einem textlich und musikalisch wirksam gearbeiteten, leicht beschwingten Bühnenwerk. Stürmischer Premierenerfolg, bei der jede Nummer doppelt und mehr verlangt wurde.

Teplitz-Schönauer Anzeiger (10. November 1937)

Endlich wieder einmal eine Operette – und dazu eine echte. Wie in besten Zeiten finden sich Arien und Duos, schmissige Tanzduette, ein reizendes Mandolinensextett, ein zündendes Marschlied, der Schlager von den Katzenaugen und das stimmungsvolle Weinlied in bunter Fülle ein. Einwandfrei festgestelltes Einschlagen des großen, ersten Operettensieges in dieser Saison.

Mährisch-Ostrauer Morgenzeitung (22. Dezember 1937)

Die Operette war ein Bombenerfolg. Die mehr als herzliche Aufnahme lässt auf eine Reihe ausverkaufter Häuser schließen.

Leitmeritzer Zeitung (2. Februar 1938)

Im Reigen der diesjährigen Neuerscheinungen auf dem Gebiete der Operette ist die „Polnische Hochzeit“ die beste, denn sie vereinigt sowohl in Musik als auch Text alle Vorzüge der guten alten Operette mit jenen der modernen Werke.

Brüxer Zeitung (2. November 1937)

Mit der „Polnischen Hochzeit“ hat es geklappt! Die Operette schafft Stimmung und unterhält bis zum Ende. Der reiche Schatz an Melodien ist die große Überraschung des Abends. Die Neuheit ist besonders gut und wir hoffen auf eine Serie von Wiederholungen.

Kraków Kuryer (?)

Die polnische Erstaufführung der „Polnischen Hochzeit“ in Bydgoszcz gestaltete sich zu einem ganz großen Erfolg. Man hört die Musik Beers mit wahrem Vergnügen. Die Wärme der Koloristik, die schwungvolle Melodie, die Fähigkeit, die Situationen und Charaktere der Operette zu zeichnen, verrät eine beträchtliche kompositorische Kunst des Autors.

 

wien-ticket

oet_klassik

Ticketonline.at

Stadthalle Wien

stadtwienlogo_klein